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Umrüstung auf LED: was sie spart und was dabei schiefgehen kann
Eine LED braucht für die gleiche Helligkeit nur einen Bruchteil des Stroms einer Halogenlampe. Die eigentliche Frage ist, ob ein neues Leuchtmittel reicht oder ob die Leuchte mit getauscht werden muss.
Hintergrund
Warum sich die Frage gerade jetzt stellt
Die EU nimmt Schritt für Schritt alte Lampentypen vom Markt. Seit Februar 2023 dürfen Kompaktleuchtstofflampen mit Stecksockel nicht mehr neu verkauft werden, seit August 2023 auch die üblichen Leuchtstoffröhren T5 und T8. Im September 2023 folgten viele Halogen-Stiftsockellampen (G4, GY6.35, G9).
Verboten ist nur der Verkauf neuer Lampen. Was bei Ihnen hängt, darf weiterleuchten, und Restbestände dürfen abverkauft werden. In der Praxis wird Ersatz aber knapp und teuer. Spätestens wenn die nächste Röhre ausfällt, steht die Umrüstung ohnehin an.
Umrüstung auf LED auf einen Blick
- Stromersparnis gegenüber Halogen: rund 80 bis 90 %
- Stromersparnis gegenüber Leuchtstoffröhre: rund die Hälfte
- Lebensdauer LED: 15.000 bis 50.000 Stunden (Herstellerangaben), Halogen: rund 2.000
- Leuchtstoffröhren T5 und T8: seit August 2023 nicht mehr neu im Handel
- Vorhandene Lampen dürfen weiter betrieben werden
- Bundeszuschuss für LED-Beleuchtung in Betrieben: seit 21. Juli 2026 entfallen
- Stand: September 2026
Umrüstung
Vier typische Fälle und was jeweils zu tun ist
Ob ein neues Leuchtmittel reicht, entscheidet die Technik, die schon in der Decke steckt.
01
Halogenspots mit 230 Volt (GU10)
Der einfachste Fall: altes Leuchtmittel raus, LED rein. Achten Sie nur auf den Dimmer. Die LED muss als dimmbar gekennzeichnet sein, und der Dimmer muss zu LED passen. Sonst flackert oder brummt es.
02
Halogenspots mit 12 Volt (GU5.3) und Trafo
Hier liegt die häufigste Fehlerquelle. Viele alte Trafos brauchen eine Mindestlast, und eine LED zieht zu wenig Strom. Die Folge: Flackern, Aussetzer oder gar kein Licht. Die Lösung ist ein LED-geeigneter Trafo oder gleich der Umbau auf 230-Volt-Fassungen.
03
Leuchtstoffröhre mit Starter
Hat die Leuchte ein konventionelles Vorschaltgerät mit Starter, geht es meist ohne Umbau. Sie setzen eine LED-Röhre ein, die für diesen Betrieb ausgewiesen ist, und tauschen den Starter gegen den mitgelieferten Brückenstarter.
04
Leuchtstoffröhre mit elektronischem Vorschaltgerät
Hier muss die Leuchte umverdrahtet werden. Damit ändert sich das Produkt: Wer umbaut, übernimmt die Verantwortung für die Sicherheit der Leuchte, samt neuem Typenschild. Das gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Oft ist eine neue LED-Leuchte die bessere Wahl. Sie verteilt das Licht besser, lässt sich steuern und hat eine Gewährleistung als Ganzes.
Rechenbeispiel
Was die Umrüstung konkret spart
Eine Küche mit zehn Halogenspots zu je 50 Watt, drei Stunden am Tag eingeschaltet:
- Halogen: rund 550 Kilowattstunden im Jahr
- LED mit 5 Watt je Spot: rund 55 Kilowattstunden im Jahr
Der Stromverbrauch für das Licht sinkt damit auf ein Zehntel.
Im Betrieb ist der Effekt ein Vielfaches davon, weil mehr Leuchten länger brennen, in Werkstatt oder Lager oft zehn Stunden am Tag. Dazu kommt, dass der Röhrenwechsel wegfällt. Wichtig bei Arbeitsplätzen: Nach der Umrüstung muss die Beleuchtungsstärke weiterhin stimmen. Eine gute LED-Röhre in einer alten Leuchte bringt nicht automatisch das richtige Licht auf den Tisch.
Häufige Fragen
Was Kunden vorher wissen wollen
Kann ich Halogen einfach durch LED ersetzen?
Bei 230-Volt-Spots mit GU10-Sockel ja. Bei 12-Volt-Spots mit Trafo oft nicht ohne Weiteres, weil alte Trafos mit der geringen Last einer LED nicht zurechtkommen.
Darf ich meine Leuchtstoffröhren noch benutzen?
Ja. Das EU-Verbot betrifft nur den Verkauf neuer Röhren, nicht den Betrieb. Sie müssen nichts austauschen, was noch funktioniert.
Warum flackert meine neue LED?
Meist liegt es am Dimmer oder am Trafo. Beide sind für Halogen ausgelegt und passen nicht zur geringen Leistung der LED. Ein passender Dimmer oder Trafo behebt das in der Regel.
LED-Röhre oder neue Leuchte – was ist besser?
Bei Leuchten mit Starter ist die LED-Röhre die schnelle, günstige Lösung. Bei älteren Leuchten mit elektronischem Vorschaltgerät oder bei Arbeitsplätzen mit Anforderungen an die Beleuchtung ist eine neue LED-Leuchte meist die bessere Investition.
Welche Lichtfarbe soll ich nehmen?
Für Wohnräume wirken 2.700 bis 3.000 Kelvin warm und gemütlich. Für Küche, Bad, Büro und Werkstatt eignen sich 4.000 Kelvin, weil das Licht klarer ist und Farben natürlicher erscheinen. Für Verkaufsräume gelten eigene Regeln, mehr dazu bei der Ladenbeleuchtung.
Wohin mit alten Leuchtstoffröhren?
Nicht in den Hausmüll, sie enthalten Quecksilber. Private Haushalte geben sie in Dortmund kostenlos an den Recyclinghöfen der EDG ab.
Stand: September 2026. Quellen: EU-Lampenausstieg laut licht.de; BAFA (BEG Nichtwohngebäude, EEW Modul 1); Kommunalrichtlinie (klimaschutz.de); § 35a EStG; BDEW-Strompreisanalyse 2026.
Warum Niebecker
Meisterbrief, Innung, E-Marke
Leuchtmittel tauschen oder neue Leuchten?
Sagen Sie uns, um welche Räume es geht und welche Leuchten dort hängen. Ein Foto vom Typenschild hilft. Dann sagen wir Ihnen, ob ein Leuchtmitteltausch reicht oder neue Leuchten nötig sind.